• Berner Platte mit Sauerkraut

Regionale Gerichte: Berner Platte

Die Berner Platte und ihre Geschichte

Diese heute weit herum berühmte und sehr reichhaltige Berner Spezialität soll ihre ganze eigene Entstehungsgeschichte haben.

 

Am 5. März 1798 gab es - so wird berichtet - zum erstenmal eine Berner Platte. Das kam so: An diesem in zweierlei Hinsicht bemerkenswerten Tag besiegten die Berner Truppen bei Neuenegg eine dreifache Obermacht der Franzosen, die sich in wilder Flucht über die Sense zurückzogen. Während sich die Berner bei Neuenegg so tapfer schlugen, marschierten aber die Franzosen in Bern ein. Voller Ingrimm zogen die Berner heimwärts, darunter auch der Ururgrossvater des heutigen Wirtes vom Gasthof «Kreuz» in Wohlen.

Er hatte besonderes Glück gehabt, denn eine Kugel, die ihm galt, war von einem Goldstück abgeprallt, das ihm seine Frau vorsorglich in den Gürtel gesteckt hatte. In Wohlen rüsteten sich die Frauen unterdessen zu einem würdigen Empfang der tapferen Krieger. Im «Kreuz» sollte gekocht und gegessen werden. Jede der Frauen brachte ihr Teil zum improvisierten Mahl mit: ein «Hammli», ein Stück Speck, Würste, Rindfleisch, Rippli, Zunge und Gnagi, aber auch Sauerkraut, Sauerrüben und Dörrbohnen. Und natürlich auch viele Kartoffeln.

Als die braven Mannen im Dorf eintrafen, schnitten die Frauen all das Fleisch, die Würste und die anderen Köstlichkeiten fein säuberlich auf, damit ja jeder seinen gerechten Teil abbekomme, und legten sie auf den Gemüseberg. Und weil dieses Essen allen so vortrefflich mundete, gab es von da ab jeden Sonntag im «Kreuz» Berner Platte - auch heute noch, jetzt sogar werktags.
 

Zutaten (für 5-8 Personen)

1 EL Schweinefett oder eingesottene Butter
1 grosse Zwiebel, in Streifen schneiden
1 kg Sauerkraut
5 - 6 Wacholderbeeren
1 dl Weisswein
750 gr Rippli oder Laffli (Schüffeli)
500 gr Magerspeck aus dem Rauch
1 Rindszunge, geräuchert
1 Berner Zungenwurst
3 - 4 Gnagi
1 - 2 Schweinsöhrli oder Schwänzli
500 gr Rindfleisch zum Sieden
500 gr Suppenknochen
1 Rüebli
1 Stück Sellerie

 

Zubereitung

Die in Streifen geschnittene Zwiebel in Schweinefett oder Butter dünsten, ohne dass sie Farbe annimmt. Das gut ausgepresste Sauerkraut und die Wacholderbeeren beifügen, mehrmals wenden und mit Wein sowie 3 dl Wasser ablöschen.

Speck und Rippli beifügen. Zudecken und im Ofen oder auf dem Herd 1 ½ Stunden langsam gar werden lassen. Die Kochzeit hängt von der Grösse und Qualität der Fleischstücke ab. Deshalb mehrmals kontrollieren, damit das Fleisch nicht verkocht. 20 Minuten vor Ende der Kochzeit die Wurst unter das Kraut legen und mitkochen lassen.

In einem separaten Topf die Rindszunge 3 - 4 Stunden in ungesalzenem Wasser ziehen lassen. Nach der halben Kochzeit Gnagi, Öhrli oder Schwänzchen beifügen.

Das Rindfleisch mit Suppenknochen und Gemüsegarnitur ebenfalls getrennt zubereiten.

 

Das Fleisch in Portionen schneiden, über das gut abgetropfte Kraut geben und mit Salzkartoffeln servieren. Meistens serviert man zum Sauerkraut noch gekochte, mit Kerbel gewürzte Bohnen (im Winter  gedörrte). 


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