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Fasnacht im Oberaargau

Fasnacht im Oberaargau: Freitag, 16. bis Dienstag, 20. Februar 2018
 


 

Berner Fasnacht: «Du chunnsch hindedry wie die alti Fasnacht»
Farbenfroh, laut und ausgelassen wird an der Fasnacht gefeiert und Lebensfreude zelebriert. Die Bezeichnung für die Nacht vor dem Fasten wurde auf die ganze Festzeit zwischen dem "Schmutzigen Donnerstag" bis zum Aschermittwoch ausgedehnt und heisst wahlweise Fasnacht, Fastnacht, Fasnet, Karneval oder Fasching.

 

Warum eigentlich kommt dann die Berner Fasnacht erst nach der Fastnacht?
Die Berner Fasnacht setzt meist gerade dann ein, wenn die katholische Fastenzeit begonnen hat und eigentlich nicht mehr wild gefeiert werden sollte. Ist dies ein Streich, den das mehrheitlich reformierte Bern den fastenden Katholikinnen und Katholiken spielt? Nicht unbedingt: Fasnacht ist das Fest vor der Fastenzeit. Jesus Christus fastete 40 Tage in der Wüste; deshalb dauert die Fastenzeit für die Gläubigen von Aschermittwoch bis Ostern ebenfalls 40 Tage.
Ostern ist jeweils am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Von da müssen nun 40 Tage zurück gerechnet werden, um den Beginn der ursprünglichen Fastenzeit zu bestimmen. Dies ist der alte Termin für den Beginn der Fastenzeit. Die Fasnacht wurde am 6. Sonntag vor Ostern (Invocavit) gefeiert. Noch heute pflegen Basel und Bern um diesen Termin ihre Fasnacht zu feiern.
Es gibt nun zwei Begründungen, warum die Fastenzeit heute eine Woche vorher beginnt und 46 Kalendertage umfasst.

  • Bereits im 7. Jahrhundert wurden die Geistlichen verpflichtet, für ihr Seelenheil eine Woche länger zu fasten. Ihre Fastenzeit beginnt deshalb am Mittwoch nach Estomihi (Siebenter Sonntag vor Ostern) und dauert 46 Tage bis Ostern.
  • Im Konzil von Benevent im Jahre 1091 hatte man der Bevölkerung ermöglicht, an den Sonntagen (Gedächtnistage der Auferstehung Jesu) dieser 40tägigen Fastenzeit eine Pause im Fasten einzulegen. Sie wurden bei der Zählung der 40 Tage und 40 Nächte weggelassen, so dass der Beginn der Fastenzeit um 6 Tage vorrückte. Damit verschob sich auch die Fasnacht nach vorne, die seither dem Aschermittwoch vorausgeht.


Nach der Reformation fiel die Fastenzeit und der Aschermittwoch ganz weg. Die Obrigkeit versuchte, auch die Fasnacht abzuschaffen. Aber das Volk hing hartnäckig an seiner Fastnacht am ursprünglichen Termin. Zu jener Zeit war Hirsebrei, in Milch gekochte Hirse, sehr beliebt und durfte bei Hochzeitsmählern nicht fehlen. Die kleinen, gelben Körner erinnerten an Gold. Weil nun die alte Fastnacht nicht mehr am Sonntag Invocavit begangen werden durfte, verlegte das Volk den Höhepunkt auf den folgenden Montag. Das Jungvolk sammelte Hirse zum Festmahl und dazu "Chüechli, Chneublätze, Schänkeli und Schlüüfchüechli" – als Festgebäck. Bald hiess der Tag "Hirsmontag", er heisst heute noch so. Auch der Aberglaube blieb nicht aus: "Wer am Hirsmontag von dem goldgelben Hirsebrei isst, dem geht das Geld nicht aus und wer ihn ohne Löffel isst, wird im Sommer von keiner Mücke gestochen."

Protest?
Vor diesem Hintergrund sind die Fasnachtstermine der reformierten Orte Basel und Bern nicht unbedingt als Auflehnung gegen den katholischen Fastenkalender zu interpretieren. Die Kirche im Mittelalter wollte die Fasnacht nicht tolerieren. Sie fürchtete bei all den ausgelassenen Feierlichkeiten um das Seelenheil der Gläubigen. Nach der Reformation waren die adligen Obrigkeiten, gerade in Bern, ebenfalls der Ansicht, dass Fasnacht etwas schlechtes sei. Ruhe, Ordnung und Sittlichkeit waren in Gefahr.
Die Menschen feierten trotzdem Fasnacht. Dieses Fest besitzt wohl zuviel Anziehungskraft, um es vergessen zu machen. Die Fasnacht ist daher ganz allgemein auch Protest, Auflehnung und Provokation. Das Motto lautet: "Wir lassen uns von keiner Autorität den Spass verderben und schon gar nicht verbieten." Ziel des Spotts sind mit Vorliebe die Politik und die Kirche. Dies hat sich in all den Jahrhunderten nicht verändert.

Fasnacht heute
Wie in den meisten reformierten Orten beginnt auch die Berner Gassenfastnacht im Zeitraum der alten Fastnacht am Donnerstag vor Invocavit um 20 Uhr. Am Freitag ist Kinderfastnacht. Spätestens am Samstag sind die Berner Regionen vollständig in Narren-Hand. Es gibt Strassenfasnacht, Schnitzelbänke, dann natürlich ein grosser Umzug und Monsterkonzerte der Guggenmusiken.

 

> Das „närrische Treiben“ hat in der Region Oberaargau eine lange Tradition, die in zahlreichen Gemeinden hingebungsvoll gepflegt wird. Veranstaltungen und Events sind der jeweiligen Tagespresse zu entnehmen. Weitere Informationen: siehe folgende Links.


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