• Brunnenkresse-Kulturen Wynau
  • Brunnenkresse aus Wynau (Foto: Slow Food Oberaargau)
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  • Brunnenkresse-Kulturen Wynau
  • Mitglieder von Slow Food Oberaargau besichtigten das eindrückliche Nutzungsystem für die Produktion von Brunnkresse in Wynau (Foto: Slow Food Oberaargau)

Brunnenkresse-Kulturen, Wynau

Als im Jahre 1905 Mathias Motzet in dem langgezogenen Grundstück linkseitig der Bahnlinie Langenthal - Wynau mit der Bebauung begann, schüttelten alle den Kopf. Man konnte nicht verstehen, dass man etwas geschäftlich ausnutzen konnte, was wild wächst. Die Mühe hat sich gelohnt. Mathias und Ingrid Motzet betreiben heute den Brunnenkresse-Produktions-Betrieb bereits in der vierten Generation - einmalig und einzigartig in der Schweiz.

Umgeben von einer eindrücklichen, geschützten Kulturlandschaft wächst die Brunnenkresse bei Wynau im natürlich fliessenden Quellwasser heran. Aus diesem mineralreichen, etwas kalkarmen Quellwasser entnehmen die Pflanzen ihre Nährstoffe und entwickeln den unverkennbar würzigen Geschmack samt wertvollen Inhaltsstoffen.


Die Brunnkresse ist eine seit alten Zeiten bekannte Gemüse- und Heilpflanze. Wissenschaftliche ausgedrückt heisst sie 'Nasturtium officinale' und gehört zur Familie der Kreuzblütler. Das einst nur wild wachsende Kraut, welches wie der Reis im Boden unter Wasser wurzelt, wächst das ganze Jahr über - ständig schnittfertig - bis auf 30 cm Länge nach.

 

Mathias Motzet steht mit seinen hohen Fischerstiefeln knietief im frischen Quellwasser. In seiner rechten Hand schnippt eine Gartenschere. Akkurat und in flottem Rhythmus schneidet er sich durch die grüne Pracht rundherum. Keine lauten Maschinen sind im Einsatz, nichts trübt die Idylle. Er schneidet jeweils nur die obersten fünf bis sieben Zentimeter ab. Jährlich verlassen rund 20 Tonnen Brunnenkresse den seit 1993 biozertifizierten Betrieb.

 

Die Brunnenkresse lässt sich als Suppe, Salat, Spinat oder in der Gewürzmischung «Herbamare» geniessen. Ihr werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Sie fördert den Stoffwechsel, ist appetitanregend, harntreibend, fiebersenkend und hilft beim Verdauen. Sie hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und ätherischen Ölen, die blutreinigend wirken.
 

Leider steht den Oberaargauer Brunnenkresse-Kulturen immer weniger Quellwasser zur Verfügung, da Hochwasser in der Region grossräumig abgeleitet werden und auch viele Wässermatten nicht mehr gewässert werden. Von den ursprünglich ca. 60 Wasserbecken sind noch rund 35 Becken in Betrieb.
 

Grund genug, die unverkennbare Brunnenkresse so oft wie möglich zu geniessen und zu schätzen.

Zu kaufen ist diese Spezalität auf den Gemüsemärkten der Region, in Bio-Läden und Reformhäuser in der ganzen Schweiz.